Archiv der Kategorie 'pi pa popkultur'

justice – stress. oder: macht kaputt, was euch kaputt macht?

das b&n team ist ja gern mal ein wenig hintendran, was news angeht, im moment einer mischung aus unistress, umzugsstress, arbeitsstress und planlosigkeit geschuldet. nichtsdestotrotz auch hier meine drei pfennig zu dem viel diskutierten video „stress“ von justice. und wenn ich dir nicht pc genug bin, dann reg dich halt auf. (und als edit: weil der text so fies lang geworden ist, das video gibt es am ende des postings zu sehen!)

falls es jemand noch nicht gesehen hat, in dem unter der regie von romain gavras gedrehten video prügelt und randaliert sich eine gruppe ausländischer (pc: „mit migrationshintergrund“) jugendlicher, die noch jünger aussehen, als es irgendwie vertretbar wäre, durch paris und zerkloppt so ziemlich alles, was sich ihnen in den weg stellt. ohne jegliche auflösung, happy end (der kameramann wird am ende bespuckt und zusammengeschlagen) oder comic relief (spontaner vergleich wäre z.b. smack my bitch up von the prodigy, wo sich der exzessive protagonist am schluss als frau herausstellt) wird hier in beinahe schmerzhaft brutalen grau-grau-schwarzen bildern eine regellose zwischenwelt gezeigt, in der selbst die zwischendurch auftauchenden sicherheitsmänner gegenüber der gruppe minderjähriger völlig hilflos sind. ohne ein einziges lächeln und völlig ironiefrei (abgesehen von einer szene, in der das „d.a.n.c.e“ spielende autoradio kommentarlos zertreten und aus dem fenster geworfen wird) wird die story wie ein dokumentarfilm über die aufstände in den französischen vororten inszeniert.

und jetzt die frage: was will uns der regisseur damit sagen? wer sich das video zu „i believe“ von simian mobile disco ansieht, merkt, dass gavras nur zu gern völlig offensichtlich mit klischees spielt bzw. diese auf den kopf stellt und völlig ad absurdum führt (kinder, jogginganzugträger und faltige rentner in einem völlig zerfallenen – ich tippe mal osteuropäischen!? – dorf kombiniert mit hip hop video-ästhetik, inklusive beat down shot; vgl. the roots – what they do, find ich ja übrigens immer noch super). in kombination mit der von vorneherein eher nicht als 100pro ernstzunehmenden position der band justice (nur zur erinnerung, das album heisst „cross“ und trägt nur ein riesiges kreuz auf dem cover. hat sich die kirche da eigentlich schon beschwert? oder machen die wirklich christlichen techno? steht zumindest auf der myspace-seite) ergibt sich eine relativ schlüssige haltung, was das spiel mit stereotypen, symbolen und regelbrüchen betrifft. spontane stichworte meinerseits: provozieren und verwirrung stiften, aber irgendwie so tun, als sei dahinter noch ein tieferer sinn zu erkennen. kann man doch machen!

und dann die eher langweilige auflösung: justice haben zu „stress“ stellung genommen (hier
gefunden über hier) und heraus kam: überraschend wenig. „verkauf und merch ankurbeln“, „wir hatten nicht vor, tiefgehend über gesellschaftliche probleme zu sprechen“, „c‘mon, es ist doch nur ein musikvideo“. in diesem fall gilt also musikvideo=merchandiseartikel, nicht mehr und nicht weniger. mir hätte es dann doch besser gefallen, wenn die band nicht den schwanz eingezogen und das ganze als sagenwirmal spielerei abgetan hätte – musikvideos sind (und da gehe ich mit meinem vorredner von nerdcore d‘accord im chor) eine von vielen kunstformen, die definitiv auch das potential haben, ernsthafte themen zu behandeln, genau wie musik eben (wohin sonst mit all den politischen bands und songwritern?). vielleicht hätte eine entgegengesetzte behauptung im sinne von „das ist eben kunst“ (oder schlicht: gar kein kommentar) die ganze geschichte für die band in der öffentlichkeit zwar heikler gemacht (von wegen nicht pc, rassistisch, gewaltverherrlichend), in sachen credibility als „artists“ (also künstler in jeglichem sinne) haben sich justice durch diese aussagen jedoch einige punkte verspielt. also doch keine substanz. es hätte so schön werden können…

video hier:

und zuletzt: merchandise-effekt hat schon wieder gewirkt, justice können ein weiteres posting über sich verbuchen.

nachlese zur 2nd rec „zahl soviel du willst“ aktion. oder: free as in beer.

kurze erinnerung: 2nd rec haben ende letzten jahres eine „bestell dir das album und zahl hinterher was du willst“-aktion gestartet, zwar von radiohead abgeguckt aber dafür mit echten tonträgern (ganz professionell jetzt: b&n berichtete.)

seit einigen wochen stehen jetzt die ergebnisse der aktion auf dem label-blog. ich habe die rundmail ja leider nicht bekommen (komisch, vielleicht im spamfilter untergegangen), aber rene hat mich heute darauf hingewiesen und deshalb hier eine kurze zusammenfassung:

481 CDs were sent out (4 packages came back because they were undeliverable)
127 people paid, which means:
26.62 % chose to pay

The average price paid of those 127 people was:
8.87 Euro for full-length albums
7.95 Euro for the five track EP from Amanda Rogers

8.87 pro CD klingt ja eigentlich schon nach nem fairen preis – einziges problem: es haben insgesamt nur so wenig leute (ca. 1/4) gezahlt, dass die gesamteinnahmen sich auf 74 cent minimierten. leute, ich bitte euch! 74 cent? für cds, die ihr dann mit eurem 1500-euro-notebook auf euren 250-euro-mp3player ladet?

(und ja, wir haben auch bestellt und gezahlt: 2 leute, 2 cds, zusammen 17 euro, macht sogar noch 37 cent weniger als der durchschnittszahler. böse nuttenredaktion.)

schade. mein glaube in die menschheit ist zwar schon seit anbeginn der zeiten nonexistent, aber mit ein wenig mehr hätte ich dann doch noch gerechnet.

und wer den link übersehen hat, hier gehts nochmal zur zusammenfassung auf dem 2nd rec blog.

thema (pop up

weil die einen noch ihren neujahrskater auskurieren, die anderen irgendwo im schottischen busch untergetaucht sind, manche in schweden elche jagen und der rest unauffindbar ist, zitier ich mich einfach mal selbst aus dem png-gästebuch zu unserem leipziger lieblingsbaby (nein, nicht donis, obwohl wir ihn wirklich ALLE für verehrungswürdig halten), der (pop up messe:

so ganz insgesamt und generell hoffe ich eigentlich nur, dass das pop up konzept langsam mal überdacht und erneuert und aufpoliert und drübergebügelt und durchgewirbelt wird, um das sich selbst auf die schulter geklopfe und dieses wir-gegen-die-denken durch eine produktivere herangehensweise abzulösen. pop up hat mich leipzig lieben gemacht, macht mich jetzt aber auch gelangweilt. zu oft zu heiss gewaschener lieblingspulli wird immer kleiner, immer kleiner.

nicht hauen.

meine liebsten, meine süssesten, meine engelchen, was meint ihr dazu? bin ich die einzige, die „bands, die wöchentlich in leipzig spielen, sehen, mit den lieben goon-nerds quatschen und robert stadldings beim saufen zugucken“ nicht mehr ganz so spannend findet wie noch vor ein paar jahren? ich will das (pop up bauchkribbeln zurück!

superaus fürs superkronik?

okay, der titel ist fast schon bildzeitungsniveau, entschuldigt. es munkelte ja schon lange aus allen ecken, dass das superkronik arge probleme mit ämtern und anwohnern hat; bei diversen veranstaltungen wurde die polizei gesichtet und ähnliches – hier jetzt ein offizielles statement zur lage vom veranstalter, das ich mal ungekürzt, unkorrigiert und unkommentiert stehen lasse:

SUPERKRONIK sagt:

We say sorry! Verschiedene Termine geplatzt, warum?

wie schon das vorangegangene weekend müßen wir auch folgeveranstaltungen vorläufig auf eis legen!!!
es tut uns sehr leid!
wir kotzen wie sau und war so nicht geplant!!!
jede einzelne veranstaltung wäre der hammer gewesen!
i swear you!
alles in allem ist das eine lange und unschöne geschichte,…..
hier steht eine verordnung der stadt leipzig auf den plan die alle veranstaltungen und gastronomie bis auf weiteres untersagt,…
wir befinden uns da grade in der klärung, rennen von termin zu termin und sehen zu das alles endlich und schnellstmöglich zu klären um endgültig eine langfristige genehmigung zu erhalten.
die ganze sache ist extrem nervenaufreibend weil eigentlich nicht ganz konkret klar ist, wo das problem liegt.
der gesamte um und ausbau der location ist nach sächsischer bauverordnung geschehen.
der gesamte laden ist schalltechnisch voll ausgestattet und gewährleistet das eigentlich nichts wesentliches zu einer belästigung nach aussen führen kann.
es exestiert ein lärmschutzgutachten, inklusiver einer zweiten messung und reduzierung des db stärke. (solche späße kosten eine heidenkohle!)
es exestiert brandschutz und wärmeschutzgutachten.
es gibt ein sicherheitskonzept und überhaupt!
unsere anlage läuft mit diversen limitern und was weiß ich, was heißen soll, wir und kein dj der welt kann das ding höher fahren als programmiert!
was wir nicht aufbringen können, was technisch hier in der umgebung einfach nicht möglich ist, sind 42 stellplätze, sprich, parkplätze….
und auch an dem problem sind wir dran!
haben dazu verschiedene optionen abgeprüft, gespräche geführt,…
nur ist es eben schwer die geforderte stellplatzanzahl aufzubringen,….
die alternative dazu.
eine stellplatzablöse von a 4200euro,….
was der wahnsinn ist!!!!
aber wir werden auch das klären und ist eigentlich nicht der ausschlaggebende punkt der verordnung zum exestierenden veranstaltungsverbot.
das wir momentan nix sinnvolles hier machen können bzw wahnsinns veranstaltungen auf eis legen müßen kommt weniger von seiten der stadt bzw beteiligter ämter als von den lieben nachbarn der karl heine str 33.
diese beschweren sich weekend für weekend massiv und mit allen mitteln!
ein anwalt gleich noch dazu.
das thema, der grundtenor…
schwer jetzt hier in kürze und eile zu schildern!
die herangehensweise, argumentation und auseinandersetzung der leute dabei und damit ist sehr strange.
uns wird eine massive schallbelästigung und beeinträchtigung ihrer lebensqualität vorgeworfen.
wir haben mehrfach versucht das aufgebrachte problem zu analysieren und dem entgegenzuwirken,…
haben dazu jede menge sachverständige hinzugezogen und versuchen im grunde seit drei monaten dieses problem zu bewältigen.
was sich aber auch von sachverständigenseite als schwer erweist,…
denn auch diese können ein eigentliches problem nicht finden.
bautechnisch gesehen ist unsere räumlichkeit schalldicht, sofern das möglich ist.
eine lärmbelästigung nach aussen ist nicht möglich.
es gibt denoch eine gewisse übertragung von bassfrequenzen zum nachbargrundstück.
das ist wahr!
aber bautechnisch und baurechtlisch gesehen findet diese nicht auf unseren grundstück statt.
auf den nachbargrundstück wurde vor langer zeit eine betonbodenplatte ohne jehglicher dehnungsfugen gegossen, diese stößt unmittelbar an unser grundstück & fundament an.
durch das fehlen einer dehnungsfuge ist es durchaus möglich das frequenzen im bassbereich sich darüber übertragen.
aber messungen (auch auf dem nachbargrundstück und im innenbereich der immobilie) haben ergeben das die beeinträchtigung niemals so stark sein können wie geschildert!
dazu haben wir nach erfolgter zweiter messung die lautstärke um 10db reduziert. laut gutachten wurde 5db vorgeschlagen!
aus baurechtlischer seite ist es so das nicht wir das problem bewältigen müßten (es findet erst auf den nachbargrundstück statt), was aber auch gar nicht die frage sein soll.
wir wollten längst reagieren und auf unsere kosten und zeit eine dehnungsfuge setzen. die hausverwaltung untersagt uns aber das betreten des grundstückes.
um uns dann vorzuwerfen, über anwalt und weiß der geier, das wir nichts unternehmen.
das ist doch alles völlig irre!
genauso irre wie das es sich bei den beschwerenden nicht um irgendwelche dickbäuchigen gefrusteten proleten handelt, sondern junge leute, studenten,… ein auf locker und lässig machen, in der tollen wg wohnen und voll offen sind.
aber dann erstmal bei der polizei anrufen!
das weeekend für weekend!
es gibt dazu polizeiberichte,….
selbst da steht drin das hier vor ort keine lärmbelästigung bzw problem festzustellen war!!!
das alles mal ganz pragmatisch betrachtet:
es sind
15 arbeitsplätze für studenten
1 arbeitsstelle einer sekretärin, die auf grund ihres alters im deutschen lande unter schwer vermittelbar läuft, die damit und in dem moment flöten gehen.
auch mal erwähnung finden muß!
durch diesen ganzen wahnsinn und schwachsinn der letzten monate bleiben hier eigentlich wichtige dinge völlig auf der strecke.
tausend kleinigkeiten sollten hier noch baulich und inneineinrichtungstechnisch fertig gestellt werden, mehr ambiente im ganzen in die location gebracht werden,….
das alles blieb auf kosten dieses schwachsinns auf der strecke!
wir werden nun die wochen des stillstandes nutzen und hier in jeden fall nochmal ordentlich gas geben um dat hier alles mal wirklich fertigzustellen.
so seit gespannt!
wir kommen back!
die ganze geschichte, details und fortgang,….
wir hängen grad mit nachdruck an der sache, der plan ist bis mitte dezember eine endgültige und langfristige klärung erreicht zu haben!
wir arbeiten grad nochmal an einer stellungnahme zu der ganzen thematik, dem wieso, warum, weshalb,….
wenn das steht,…
wir werden das hier posten und nochmal öffentlich machen.
wir werden das auch nochmals über die presse transparent machen.
denoch vorerst müßen wir uns an die verordnung halten

da hab ich mich schon so so auf so so modern gefreut… blöd gelaufen. okay jetzt halt doch ein kommentar – es stellt sich natürlich die frage, weshalb bei der wahl der location nicht vorher schon die möglichkeit in betracht gezogen wurde, dass die nachbarn, die direkt nebenan wohnen, stress machen könnten. auch wenn es studenten sind, die auf „locker und lässig“ machen – wenn es bumst, dann bumst es halt, und da hat sicher keiner jedes wochenende drauf bock. so viel dazu.

bin gespannt, wie es weiter geht.

und ihr so?

Sündiger Alkohol

Das ist so: Es ist ein kalter trüber Winterabend, man hat keine ordentlichen Mischgetränke mehr im Haus und nur noch sehr fragwürdigen Alkohol, den man von den Mitbewohnern gestohlen hat, ist jedoch zu faul, mal eben was vernünftiges anzuziehen (also raus aus dem Schlafanzug, den man ohne Unterbrechung schon seit zwei Tagen trägt und der inzwischen sehr kuschelweich eingesaut ist), die Treppe runter zu hoppeln und nebenan in den Späti zu gehen, um sich dort für teuer Geld unter den Augen der anderen Alkis erniedrigen zu müssen und das Benötigte zu kaufen. Also wird man kreativ. Einfach mal so ein, zwei, drei Gläschen Wodka, das geht ja nicht, man ist ja nicht süchtig, sondern braucht ja eigentlich nur ein kleines Einschlafmittelchen (und fangt mir jetzt nicht mit Baldrian an, ihr Neujahrs-Nichtraucher).
Hier also ein paar Abenteuer mit Alkoholmischungen. Über Spätfolgen nichts, weil ich so und so keinen Kater bekomm.

Geht gar nicht:
# Wodka mit Magnesium-Brausetablette
Denn diese quasi-gesunden Brause-Dinger gehören auf den Mars geschossen. Noch schlimmer ist Multivitamin. Reine Wodka-Verschwendung!
Schmeckt wie: Holzspäne mit lecker Benzin drauf.

# Milch mit Wodka-Feige
Was haben sich da meine Mitbewohner bei gedacht, als sie das gekauft haben???? Wollten die mich vergiften???? Mit Wodkafeige kann man ganze Erdenbevölkerungen ausrotten, wenn einem danach ist. Mir war nicht danach, ich hab mich mit meinen Mitbewohnern begnügt.
Schmeckt wie: Diabetikerkekse

# Weißwein mit Marshmallow
Ein Gemisch, aus Langeweile entstanden…..Bitte Bitte Bitte unterlassen!!!!! Das eingetunkte Marshmallow kriegt durch chemische Reaktionen einen seltsam bitteren Geschmack, der Wein ist danach zum wegkippen.
Schmeckt wie: Eine dumme Idee, nachdem du schon seit drei Tagen über ihre Dummheit gebrütet hast.