Archiv der Kategorie 'pi pa popkultur'

Liebes Missy Magazine (Oder: Eine Kindheit mit dem „Lustigen Taschenbuch“)

Liebes Missy Magazine,
als ich eben die Leiter zu meinem Bücherregal (d.h. Plastikbox auf dem Sims neben dem Hochbett) hochkletterte, um die endlich fertig gelesene Missy #2 in einer dem Frühjahrsputz nur entfernt ähnelnden Aktion endlich vom Boden vor dem Bett zu entfernen und einem würdigeren Standort zuzuweisen, griff ich unbewusst nach der Missy #1, um die beiden feinsäuberlich nebeneinander anzuordnen, eins neben zwei, mit dem Rücken zu mir.

Und als ich da so auf der Leiter stand, 87 cm Luft unter mir, und mich mit dem ebenfalls auf dem Absatz befindlichen Chanel Parfüm einsprühte, dachte ich, wie schön es doch wäre, wenn alle Heftrücken zusammen am Schluss ein Bild ergäben. Vielleicht Portraits von wichtigen Frauen der Zeitgeschichte? Eine Stadtpanorama? Dagobert Duck?

Macht mal, bitte!

DON‘T BELIEVE THE HYPE – Es ist noch nicht zu spät!

Weil ich den b&n-space nie check, hab ich dieses Jahr das Don‘t believe the hype Festival völlig vergessen. Wie immer rumst und dengelt es am Gründonnerstag ganz unheilig in der Church of Techno zu Leipzig – die Riotvan Raver haben wieder ein hedonistisches Schwitzfest des Wahnsinns geplant und ich will SOFORT einen Direktflug in die Zone buchen!! (Dann muss ich halt hier Digitalism gucken gehen am Sonntag…)

Für alle, die sich eh schon Leipzig befinden oder die Anreise aus der Hauptstadt nicht scheuen, los jetzt!


Wir sind die Medien.

Nach dem lang erwarteten und heißersehnten Missy Magazine, dessen bloße Existenz jedes (Mädchen-, Frauen-, Jungen- und Männer-) Herz zum Glühen bringt (JA! JA! JA! ENDLICH!) und das die zweite Ausgabe erfolgreich hinter sich gebracht hat, kann ich meinen Papierfetisch nun an einem neuen Printmagazin austoben:

OPAK heißt das Baby von Lieblingshornbrillenträger Olli Koch – ist seit dem 27. März zu haben (Bahnhofsbuchhandlungen oder bestellen) und hat sich den Satz „Wir müssen reden“ zum Untertitel gemacht. Das brennende Bedürfnis, sich mit dem auseinanderzusetzen, was einen jeden Tag umgibt – Kultur, Politik, Leben – es genauer zu untersuchen, zu analysieren, zu diskutieren und auf Papier festzuhalten, die Gedanken zu ordnen und zu verewigen – dieses Motiv scheint die Macher (und, nicht nur aus pc-ness, sondern auch um den hohen Frauenanteil in der Redaktion zu betonen) und Macherinnen von OPAK anzutreiben, sich dem lustvoll masochistischem Prozess der Printmagazinproduktion hinzugeben.

Thematisch wird alles abgedeckt, was als relevant angesehen wird: Von Musik über politische Stimmungsanalyse, Zukunftsperspektiven, alltägliche Beobachtungen, Kunst und natürlich das Internet. Gelesen habe ich noch nichts, werde aber gleich meinen Auslandskorrespondenten anweisen, ein Heft zu erwerben und mir Bericht zu erstatten, bis meine Bestellung hier auf der Insel eintrifft.

Und in eigener Sache: Es ist eine Freude, zu sehen, dass es wirklich möglich ist, einen Schritt weiter zu gehen, von handkopiert, geklebt und gesprüht hin zu einer Redaktion und professionellem Endprodukt. Ohne Berufsjournalisten, die alles verarbeiten, was ihnen vorgelegt wird, ohne auf Lesbarkeit und Vermarktbarkeit zu achten, ohne redaktionelle Beiträge, die von den Anzeigen nicht zu unterscheiden sind (et vice versa), ohne endlose Modestrecken und Plattenrezensionen im Tausch gegen Werbung. Einfach machen, weil es wichtig und sinnvoll erscheint. Genau das ist es, was hier hoffentlich auch mal passieren wird, vielleicht, irgendwann. Wir arbeiten dran.

Hol die Brüste raus!

Es gibt so ein paar Dinge, die wollte man schon immer mal machen, kommt aber nie dazu. Die Nutten von Blackjack machen es gern stellvertretend für euch. Damit ihr wisst, wie das ist. Ohne euch selber zu blamieren. Dafür sind wir doch da. Heute: BHs werfen.

Elvis. Oder der junge Tom Jones. Da hat man so was gemacht. Damals kreischten die Mädchen hysterisch und warfen BHs und Höschen auf die Bühne. Heute ist das nicht mehr so. Vor ein paar Jahren las ich, Tom Jones beklage sich, weil ihm nur noch neue abgepackte BHs zugeworfen würden. Insgesamt sind wir also braver geworden. Befreit wurden wir, und jetzt behalten wir die Möpse drin. Sind ja keine Hippies. Aber manchmal, da ist eine Band schon echt gut. Und geil. Und man würde schon gern, eigentlich. Weil der Moment grad so gut passt. Sich die Kleider vom Leib reißen und den Sänger anspringen. Jedoch – die Hemmungen sind zu groß. Man lässt es sein und denkt sich dann den ganzen Abend noch, Mann, wär das cool gewesen, so eine Aktion. Wäre.

Ich hab es getan. Endlich. Gestern. Der BH war von einem Geburtstagsgutschein von meinem Boss. Ich hatte also nichts zu verlieren. So ein Ding kostet ja nen Zwanni, das wissen Jungs nicht. Was altes verranztes will man aber auch nicht werfen. Zudem ist meine Wurfreichweite nicht sehr groß, Bälle kann ich vielleicht zehn Meter weit schleudern. BHs lassen sich sowieso schlecht werfen. Aber gestern, wie gesagt, hat alles gestimmt. Erste Reihe, gut angeschäkert von süßem Wein, die Stimmung war gut. Etwas halbherzig war es schon: Mein T-Shirt ließ ich an.
Der Sänger, der war eher baff. Hat ihn sich auf den Rücken geschnallt. Und ihn mir nach einem Song wieder zurückgegeben. Das Gefühl danach: War cool. Aber auch nicht sooo aufregend, wie man es sich früher immer vorgestellt hat.

So ist das also.

POP UP! Jetzt!

heute geht es los, zum ersten mal in 4 jahren leider ohne mich, ohne fanzines im fahrradkorb durch den strömenden regen transportieren, feiern bis die sonne aufgeht, diskussionen an labelständen führen, sich über die foren aufregen (immer…), clubhopping, ilses erika-deckenschweiss, bands verpassen, neue bands entdecken und leipzig so toll finden, dass man unbedingt dableiben will und daher gleich in die stadt zieht. ich wünsch euch auf jeden fall viel spass und neue erkenntnisse. feiert schön, kauft die merch-stände leer, unterstützt die lieben fanzine-nerds (z.B. die kollegen von sellfish, sorry für keinen schlafplatz haben) und wir sehen uns im nächsten jahr wieder!
(mehr infos gibt es auf der pop up website)

die gute cleo wird dann hier auch fleissig über die pop up berichten, wenn es klappt (d.h. sie sich noch erinnern kann, haha) gibt es sogar tägliche updates! was meinst du?