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Liebes Missy Magazine (Oder: Eine Kindheit mit dem „Lustigen Taschenbuch“)

Liebes Missy Magazine,
als ich eben die Leiter zu meinem Bücherregal (d.h. Plastikbox auf dem Sims neben dem Hochbett) hochkletterte, um die endlich fertig gelesene Missy #2 in einer dem Frühjahrsputz nur entfernt ähnelnden Aktion endlich vom Boden vor dem Bett zu entfernen und einem würdigeren Standort zuzuweisen, griff ich unbewusst nach der Missy #1, um die beiden feinsäuberlich nebeneinander anzuordnen, eins neben zwei, mit dem Rücken zu mir.

Und als ich da so auf der Leiter stand, 87 cm Luft unter mir, und mich mit dem ebenfalls auf dem Absatz befindlichen Chanel Parfüm einsprühte, dachte ich, wie schön es doch wäre, wenn alle Heftrücken zusammen am Schluss ein Bild ergäben. Vielleicht Portraits von wichtigen Frauen der Zeitgeschichte? Eine Stadtpanorama? Dagobert Duck?

Macht mal, bitte!

Innen und Außen

Meine Visage ist schief. Mein eines Ohr ist hängt tiefer als mein anderes Ohr am Schädel. Dadurch rutscht die Brille immer halbseitig hinab. Nach dem Strunkschen Leitsatz „schiefe Visage macht schiefe Gedanken“ gehen mir demzufolge auch nur schräge, leicht abschüssige und in der Mitte durchhängende Gedanken durch den Kopf. Für den Aussenmenschen – also all die Mitbürger, die nicht in mir drin leben – habe ich so vermutlich einen leicht dämlichen Gesichtsausdruck, entsprechend spricht man mit mir auch immer etwas herablassend, etwa wie mit einer Ente. Für den Innenmenschen hingegen, also all jene Zeitgenossen die sich in meinem Inneren tümmeln, und das können je nach Tagesform bis zu zehn Geschöpfe sein, ist die Schiefheit meiner Visage nur insofern von Bedeutung, als das eine schiefe Brille natürlich auch des Optikers Schleifkunstfertigkeit zunichte macht und man von meinen Augen immer etwas verschwommen nach draußen blickt. Mir wurde aber gesagt, das ich trotzdem einen sehr schönen Ausblick habe. Es ist ja immer so: Es ist besser, in dem häßlichen Haus zu wohnen und das schöne Haus anzuschauen als andersherum. Mich persönlich stört die Schiefheit meines Fundaments nur selten, aber ich dachte, ich warn euch mal vor.

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100% live and useless.

Und dann stehst du da…

…ohne Perso, ohne Führerschein, ohne Studentenausweis, mitten im Ausland, weil diese kleinen halbwüchsigen Arschlöcher es für eine super Idee hielten, dir einfach alles abzunehmen. Deutsche Botschaft aufsuchen, nur in Filmen? Au contraire! Wir machen das jetzt im Ernst! Ach ne, Railcard haben sie ja auch. Verdammt.

I need evidence that I‘m alive. I have no memory at all.

Weiß jemand zufällig, wie man auch ohne Personalausweis zurück nach Germanland kann?

Hol die Brüste raus!

Es gibt so ein paar Dinge, die wollte man schon immer mal machen, kommt aber nie dazu. Die Nutten von Blackjack machen es gern stellvertretend für euch. Damit ihr wisst, wie das ist. Ohne euch selber zu blamieren. Dafür sind wir doch da. Heute: BHs werfen.

Elvis. Oder der junge Tom Jones. Da hat man so was gemacht. Damals kreischten die Mädchen hysterisch und warfen BHs und Höschen auf die Bühne. Heute ist das nicht mehr so. Vor ein paar Jahren las ich, Tom Jones beklage sich, weil ihm nur noch neue abgepackte BHs zugeworfen würden. Insgesamt sind wir also braver geworden. Befreit wurden wir, und jetzt behalten wir die Möpse drin. Sind ja keine Hippies. Aber manchmal, da ist eine Band schon echt gut. Und geil. Und man würde schon gern, eigentlich. Weil der Moment grad so gut passt. Sich die Kleider vom Leib reißen und den Sänger anspringen. Jedoch – die Hemmungen sind zu groß. Man lässt es sein und denkt sich dann den ganzen Abend noch, Mann, wär das cool gewesen, so eine Aktion. Wäre.

Ich hab es getan. Endlich. Gestern. Der BH war von einem Geburtstagsgutschein von meinem Boss. Ich hatte also nichts zu verlieren. So ein Ding kostet ja nen Zwanni, das wissen Jungs nicht. Was altes verranztes will man aber auch nicht werfen. Zudem ist meine Wurfreichweite nicht sehr groß, Bälle kann ich vielleicht zehn Meter weit schleudern. BHs lassen sich sowieso schlecht werfen. Aber gestern, wie gesagt, hat alles gestimmt. Erste Reihe, gut angeschäkert von süßem Wein, die Stimmung war gut. Etwas halbherzig war es schon: Mein T-Shirt ließ ich an.
Der Sänger, der war eher baff. Hat ihn sich auf den Rücken geschnallt. Und ihn mir nach einem Song wieder zurückgegeben. Das Gefühl danach: War cool. Aber auch nicht sooo aufregend, wie man es sich früher immer vorgestellt hat.

So ist das also.