Dem Wahnsinn den Bauch kraulen bis er schnurrt

HEY! Wer soll denn da nicht durchdrehen, jetzt wo überall klingelbimbim und Luft schwer mit Zucker und Zimt in triefenden wabbernden Schwällen durch die Städte gepumpt von der panischen Kapitalistenmeute?

Also ich, ich bins. Während ich mir den Finger zum einen Ohr raus und zum anderen wieder reinstecke, pule ich wahnsinnig geifernd wie der Pawlowsche Hund zum Glockenkonzert an meinem mit Schockolade von mittelmäßiger Güteklasse gefülltem Adventskalender. Erst mit System: an den Wochenenden bin ich nie daheim, also kann ich ja die Türchen schon mal öffnen. VERDAMMTE SCHEIßE! Hunderttausend schwitzende Höllenhunde! Warum gehen diese vermaledeiten Pappkartontürchen so schwer auf? Wie ein Junkie nach zwei Wochen Zwangsentzug hämmere ich panisch auf das Ding ein, ICH BRAUCHE SCHOCKOLADE! JETZT! Sie kommen raus, meine unwilligen kleinen Küken, meine goldigen Nikoläuse, meine süßen kleinen Wichtel….ich reiße die letzte Hülle herunter, AB DAMIT, reingestopft in die lüsterne Hölle … Matschi matschi die Zähne zusammengedrückt und wohlig schmatzend schon das nächste Opfer entkleidet und geköpft, gevierteilt, die Römer wären neidisch ob meiner Folterkapazitäten.

Nach zwanzig Tagen, in wenigen Minuten verdrückt, ist mein Hunger gestillt, eine wohlige Übelkeit überkommt mich, zufrieden streiche ich mir über den Bauch. Niemand hats gesehen. Aber morgen, morgen stürz ich mich in die linkisch angehäuften Schockoladenberge in den Kaufhäusern, baden werde ich darin, wirr lachen und mich suhlen. Bis sie mich abholen. und dabei wollte ich doch nur machen, was sie von mir wollen: konsummieren ohne Zurückhaltung.