Flussperlen

Meine schönsten Konzerte reihe ich auf wie Perlen an einer Perlenkette. Gestern tauchte ich in den Berliner Gewässern, fand eine Muschel nahe dem Flussufer, außenrum eher hässlich, zuerst sah ich nur Algen und Schlamm, doch als ich sie öffnete, oh welche Freude, eine Perle!

Die Muschel, das war die Maria. Die Algen und der Schlamm, das war die Vorband, An Experiment On A Bird In The Air Pump, und das eher schläfrige Publikum. Zur Vorband nur so viel: drei fette Asiatinnen im Einheitslook, artyfarty…boring. Aber bestimmt bald total gehyped, die Gründe dafür liegen mir fern.

Doch dann, nachdem ich etwas aufgeregt vor mich rumhoppelte, so gar nicht angesteckt von der Konzertphlegmatik der Berliner (schon das dritte die Woche…) standen sie da: Why?. Wegen Kopfverletzungen waren die früheren Konzerte, zu denen ich gehen wollte, abgesagt worden (und diesmal war ausnahmsweise nicht ich es, die sich verletzt hatte), und nun ist es schon November, sie haben eine lange Zeit des Tourens hinter sich, aber anmerken lassen sie es sich nicht. Auch die Anordnung ist schon mal interessant: das Drumset vorne, der Drummer auch gleichzeitig Glockenspieler, der Sänger mit noch mehr Drums, und hinten, wo gar kein Licht mehr ist, ganz versteckt der Bassist. (Ein schöner Moment, als der Drummer den Bass nimmt, und der Bassist zur Gitarre wechselt, aber dem schon am Bass hängenden Drummer noch kurz die Mechanik dreht…)
Die Stücke, langsamer als erwartet, reißen doch von Anfang an mit. Es ist nichts bombastisches dabei, zum totalen Ausflippen, aber das macht nichts, es ist schön, wie gleichmäßig gelassen sie einen Song schöner als den anderen vorbringen. Bei „The Hollows“ freuen sich die Berliner naturgemäß ein wenig mehr, schließlich beweist ihnen der Song mal wieder, wie toll gefährlich ihre Stadt doch ist…aber zurückstecken müssen die anderen Lieder nicht. War es gut? Es war gut. Oder, wie der Junge neben mir bemerkt: Wenn ich ein Mädchen wär, ich würd sofort mit denen allen ins Bett steigen, einfach, weil sie so gut sind.
Eine neue Perle für meine Kette…


1 Antwort auf „Flussperlen“


  1. 1 cleo 12. November 2008 um 14:13 Uhr

    P.s.: Heute spielen Why? in Leipzig, im UT Connewitz. Hingehen!

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