(Pop Up Opening Night: The Black Atlantic – Saturday Looks Good To Me

Jetzt also hier der versprochene Bericht. Er klingt ein wenig nach Schulaufsatz, was daran liegt, das ich noch recht verkatert bin. Ich bitte dies zu entschuldigen. Der Abend war zu gut…
Nachdem ich den ganzen Tag vor Vorfreude auf Saturday Looks Good To Me wie besessen rumgehüpft bin und unablässig ‚Meet Me by the Water’ gesummt habe, war es endlich soweit, und alles hat gepasst: Das strategische Trinken hatte zu einer angenehmen Heiterkeit verschafft, die naTO war gut gefüllt, die Stimmung war gut. The Black Atlantic aus den Niederlanden fingen an, und es gefiel. Sie spielten Lieder über Reisende, Charles Lindbergh und Phileas Fogg, und ihre Mitreisenden, Saturday Looks Good To Me. Sie waren angenehm gelassen, vor allem der Drummer, sie hatten das richtige Tempo, sie freuten sich total über das willige Publikum, und zwar aufrichtig, und das letzte Lied ‚There are Monsters’, ein Kinderlied, dass erst einige Tage vorher entstanden war, und aus Ukulele, Xylophon und Rasseln bestand, brachte sie einem sehr nah ans Herz und wir glühten vor kindlicher Freude. Es ist wahrscheinlich, das sie größer werden, eine der Bands, die in ein, zwei Jahren in Gespräch sein wird, und man sagt: Die hab ich damals gesehen, als sie noch Vorband waren. Scheiß Indie-Snobs….

Dann kamen Saturday Looks Good To Me, mit ihrem dritten Deutschlandauftritt, und ich war überrascht. Zum einen sah Fred Thomas ganz anders aus, als ich ihn mir vorgestellt hatte (würde man ihm auf der Straße begegnen in der gestrigen Kleidung, man würde ihn eher als R’nB-Fan einordnen als als Indie-Musiker), zum anderen, weil die Songs wesentlich rockiger vorgetragen wurden als auf Platte, und so manchmal eher klangen wie Superpunk, was aber auch nicht schlecht war. Da Betty Barnes leider krank war, musste der Keyboarder ihren Gesangspart übernehmen, was er sehr leidenschaftlich tat…mir ist immer noch nicht klar, ob er tatsächlich selbst so hoch sang, oder ob sie ihre Stimme auf Band hatten, aber es sorgte jedenfalls für viel Heiterkeit im Saal. Sie spielten viele Lieder von ‚Sound on Sound’ und ‚All Your Summer Songs’, und, da ich sie grad vor mir liegen habe (Ich habe sie mir stehlen lassen), wesentlich mehr Lieder als auf der Playlist vorgemerkt. Der Anfang war ‚When the Party Ends’, und ein Lied blieb mir besonders im Gedächtnis: ‚Leave it Alone’, über das Gefühl, wenn man mal wieder in sein Heimatkaff kommt, und alle, die damals in der Schule so cool waren, jetzt im Supermarkt und der Apotheke arbeiten und einen bewundern (was ich als Exil-Bayreuther sehr gut nachvollziehen kann) Sie spielten fast alle meine Lieblingssongs, es war herrlich tanzbar, und danach hüfte ich noch eine halbe Stunde vor Nachfreude rum, um die lockeren Schrauben wieder an ihren Platz zu schütteln.

Zum Schluss führte natürlich kein Weg (bei der naTO sowieso nicht) am Merchstand vorbei, wo alles angenehm billig war. Ich kaufte mir das neue Saturday Looks Good To Me Album ‘Fill up the Room’ und ein T-Shirt von Black Atlantic – man muss ja alle unterstützen.

Es war ein klasse Abend, ein wunderbares opening für die (Pop Up, zwei tolle Konzerte und ich freue mich schon darauf, beide Bands in ein paar Wochen noch mal anschauen zu dürfen.
Und jetzt geh ich mich auskurieren, damit ich heut Abend wieder Trinken und Tanzen kann.

Reinhören!
http://www.myspace.com/saturdaylooksgoodtome

http://www.myspace.com/theblackatlantic