i wanna do the bassplayer – oder: halts maul und geh heim. oder: ff/deerhoof/dirty projectors/frog eyes und so konzertnachlese

ein abend, ein toller abend, ein ganz wunderbarer abend mit ganz wunderbaren bands. berlin postbahnhof, sonntag abend, ein festival mit dem merkwürdigen titel „maximum black“ aber einem spitzen lineup. es spielen: frog eyes, dirty projectors, six organs of admittance, deerhoof, final fantasy und max tundra – nach demokratischer schlussabstimmung 5 von 6 bands volltreffer. hier in kurzform:

frog eyes
ja auch schon im ut gesehen, diesmal der sound nicht ganz so schepprig und inklusive keyboard, für gut befunden. schöner einstieg!

dirty projectors
der typ am merch noch so „they‘re amazing!!“ und wir AAAH TOLL TOLL. zwei jungs, zwei mädels, mehrstimmiger gesang, himmlisch, schräg, poppig und schrammlig. katinka sagt „dicht, nicht pompös, dafür war es zu rau, aber irgendwie schon viel…“. ganz wunderbar. absolutes highlight des abends – um hier bezug auf die überschrift zu nehmen – der typ, der die (in der tat äusserst gutaussehende bassistin) mit einem lauten „I WANNA DO THE BASSPLAYER!“ beglückte (später gefolgt von einem „you‘re beautiful“) – worauf die bands offensichtlich leicht angenervt reagierte (wortfetzen wie „spoiled it“ konnte ich durch das genuschel des sängers identifizieren). auch wenn der kommentar sicher nur „nett“ gemeint war – seiner sexuellen notlage durch hirnloses rumschreien luft zu machen und einer musikerin ihre funktion in der band völlig abzuerkennen, indem sie einfach auf eine eindimensionale existenz als hübsche bühnendeko (oder noch extremer: wandelnde sexpuppe) mit brüsten, kulleraugen und einem bass als schicken accessoire reduziert wird, ist in so einem rahmen völlig deplatziert. shut up and go home, bitte. lustig auch die technotänzer in der ersten reihe, aber das ist ein anderes thema.

six organs of admittance
kurz gesehen, nicht wirklich spannend gefunden (singersongwriter?) und für eine sitzpause den raum verlassen.

deerhoof
quietsch quietsch fiep, dogs tigers pandas FLOWER FLOWER FLOOOOOWEEEEER. deerhoof leben ihren dadaismus bis in die haarspitzen, die jungs schwanken breit grinsend über die bühne, satomi matsuzaki grinst noch breiter, gestikuliert wild zappelnd, rennt durchs publikum, erklimmt einen barhocker, fiept noch mehr, die jungs machen KRACH und das ganze ist einfach krazeeeee. abgesehen von einer zehnminütigen noiseorgie sehr unterhaltsam und toll. danke!

final fantasy
gerade noch einen auf feministin gemacht und sich über sexistische zuschauer aufgeregt, jetzt schon wieder rückfall in die frühpubertäre groupiephase – ich verehre owen pallett, die musik, den typen und alles und sowieso. er spielt gut gelaunt viele neue sachen, reagiert auf liedwünsche aus dem publikum mit einem charmanten „oh, be quiet“ und… hach. begeisterung und strahlende gesichter. der mensch kann machen was er will, er bleibt mein held. auch toll (so am rande) das micky mouse shirt mit glitzergeschlechtsteil und pailettensperma.
dank modernster technik (handykamera, bluetooth, notebook und youtube) könnt ihr hier auch ein video gucken! spitzending!

max tundra
alle schon völlig fertig und kaum noch stehfähig aber max tundra reisst alles raus. dieses kleine haarige energiebündel hüpft und zappelt über die bühne, mixt stampftechno mit 80er-fernsehserien-melodien und hacienda-elektro, das publikum (inklusive owen pallett) ist trotz schmerzender füsse ordentlich am tanzen und ach ist das super. noch breiteres grinsen, ein wunderbarer abschluss. auch hier haben wir eine multimediale megashow im angebot:

ja, alles super. ich wieder völlig unkritisch. mir egal. guckt euch die videos an (final fantasy hier und max tundra da)


8 Antworten auf „i wanna do the bassplayer – oder: halts maul und geh heim. oder: ff/deerhoof/dirty projectors/frog eyes und so konzertnachlese“


  1. 1 alb, immernoch müde 03. März 2008 um 20:28 Uhr

    2 km davon entfernt im bett liegen war aber auch toll *

  2. 2 mp3 04. März 2008 um 16:48 Uhr

    wie voll war es denn?

  3. 3 blackjackundnutten 04. März 2008 um 22:53 Uhr

    nur so semi-voll. überraschenderweise sehr viel weniger als erwartet, also hinten war noch gut platz und sogar bei final fantasy gab es keinerlei gedränge. bei max tundra dann nur noch vielleicht 30-40 leute (siehe video) – na gut, normale menschen gehen montags auch arbeiten. war aber insgesamt sehr angenehm.

  4. 4 manuel 04. März 2008 um 23:59 Uhr

    frog eyes sind der absolute hammer!! weiß nich, wie sie live sid, aber die platte hat mich weggeblasen (wenn ich in der richtigen stimmung (gewesen) wäre, hätte ich die nonstop seit VÖ gehört…

  5. 5 manuel 05. März 2008 um 0:01 Uhr

    was ist denn mit den umlauten!?

  6. 6 blackjackundnutten 05. März 2008 um 0:08 Uhr

    ähm? also bei mir sieht es ganz normal aus…

  7. 7 stil vor talent 05. März 2008 um 1:06 Uhr

    waren da auch leute von den wiener stadtwerken dabei? kostenlose wasserabgabe oder so?

  8. 8 blackjackundnutten 06. März 2008 um 1:01 Uhr

    ha wasser, da triffst du gerade eine wunde stelle bei mir. die *** (ich habe ernsthaft minutenlang versucht, mir ein nettes schimpfwort auszudenken, bin aber leider nur auf übelste fäkalsprache gestossen, deshalb hier selbstzensur) vom postbahnhof verlangen tatsächlich 3 euro für ne 0.5 flasche wasser. völliger irrsinn!

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