Ballboy – Avantgarde Music

Gestern, Berlin, Bang Bang Club. Noch so eine Weihnachtsgala. Ich komm rein in den Club, und will gleich wieder schreiend rausrennen und mich hinter einem Brückenpfeiler verstecken. Denn: Kinder! In einem Club! Nach zehn Uhr!!! Wo ist mein Psychater? Ich war dann aber doch so mutig mich meinen Dämonen zu stellen und bin tapfer reingegangen. Wenig später gingen dann gottseidank auch die Eltern der Bälger mit denselben. Kinder sind ja auf Konzerten noch viel schlimmer als Pärchen. Rennen spielend im Saal rum. Kreischen. Greinen. Brüllen. Wir sind doch nicht bei Take That.

AAALLLLSOOO. Kinder weg. Das strategische Bier fängt an zu wirken. Die langweiligen Vorbands sind endlich fertig. (Unter anderem: ein telefonierender Drummer, Jingle-Bells Darbietungen, Mädchen-schauen traurig-aus ihrem Zimmerfenster-und-denken-darüber-Lieder-schreiben-zu-müssen-Musik (längster Genre-Name ever, EVER!))

Dann endlich Ballboy, frisch aus Edinburgh eingeflogen, mit Gast-Drummer und netten Geschichten mit herzerwärmenden Akzent. Sie spielen das beste ihrer vier Alben, alle meine Lieblingssongs und ein paar neue Sachen. ‚You can‘t spend your whole life hanging around with arseholes‘, ‚I lost you but I found countrymusic‘, ‚Take me up into your room, tie me up and strip me naked, and then you‘ll see that sex is boring with me‘. Schottischer Selbsthass, selbstironisch vorgetragen. Unaufgeregt, aber nicht runter geschluddert. Not avantgrade enough? Well they don’t give a f**k cause you are just retail…


2 Antworten auf „Ballboy – Avantgarde Music“


  1. 1 cleo 23. Dezember 2007 um 18:25 Uhr
  2. 2 sam 24. Dezember 2007 um 0:21 Uhr

    ach wenigstens eine, die hier noch spannende abenteuer erlebt…

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