Archiv für Dezember 2007

Ballboy – Avantgarde Music

Gestern, Berlin, Bang Bang Club. Noch so eine Weihnachtsgala. Ich komm rein in den Club, und will gleich wieder schreiend rausrennen und mich hinter einem Brückenpfeiler verstecken. Denn: Kinder! In einem Club! Nach zehn Uhr!!! Wo ist mein Psychater? Ich war dann aber doch so mutig mich meinen Dämonen zu stellen und bin tapfer reingegangen. Wenig später gingen dann gottseidank auch die Eltern der Bälger mit denselben. Kinder sind ja auf Konzerten noch viel schlimmer als Pärchen. Rennen spielend im Saal rum. Kreischen. Greinen. Brüllen. Wir sind doch nicht bei Take That.

AAALLLLSOOO. Kinder weg. Das strategische Bier fängt an zu wirken. Die langweiligen Vorbands sind endlich fertig. (Unter anderem: ein telefonierender Drummer, Jingle-Bells Darbietungen, Mädchen-schauen traurig-aus ihrem Zimmerfenster-und-denken-darüber-Lieder-schreiben-zu-müssen-Musik (längster Genre-Name ever, EVER!))

Dann endlich Ballboy, frisch aus Edinburgh eingeflogen, mit Gast-Drummer und netten Geschichten mit herzerwärmenden Akzent. Sie spielen das beste ihrer vier Alben, alle meine Lieblingssongs und ein paar neue Sachen. ‚You can‘t spend your whole life hanging around with arseholes‘, ‚I lost you but I found countrymusic‘, ‚Take me up into your room, tie me up and strip me naked, and then you‘ll see that sex is boring with me‘. Schottischer Selbsthass, selbstironisch vorgetragen. Unaufgeregt, aber nicht runter geschluddert. Not avantgrade enough? Well they don’t give a f**k cause you are just retail…

ROMAN! hüpf schrei hüpf hüpf!!!!

so geschehen gestern nacht in meinem zimmer, mit einer begeisterten, wenn auch leicht verschreckten mitbewohnerin als publikum. ich habe roman entdeckt! ROMAN! und gottseidank ist die musik spannender als der nicht gerade einfallsreiche bandname.

ein jahr zu spät, das lässt ja auf sich warten liebe b&n tante. kam doch schon 2006 raus und alle haben drüber geschrieben. jajaja. ich schlaf gern und ausführlich. durch katinka auf den anost-mailorder gestolpert und spontan beschlossen, gleich mal unmengen von geld dazulassen (spitzending frau huth, du hast mich verdammtnochmal ruiniert!) – es wurden dann zum glück nur die seabear 7″ und ein paar sampler , unter anderem ein pinkes werk von karaoke kalk, das gleich mit dem ersten track – saving juno von eben jenem roman – einen ki ka killer liefert!

wir sagen elektrofrickelbums mit justin timberlake einschlag ohne das stimmliche jacksongefiepe (ich hab die referenz im kopf aber komm noch nicht drauf! was sagt ihr??), mörderpathos an der grenze zum übertrieben peinlichen, aber noch auf der guten seite und spontane euphorieausbrüche sind vorprogrammiert (zumindest bei so hirnlos unkontrollierten begeisterungsfähigen menschen wie mir)
auf romans website geht grad leider nicht viel, bei bleep.com kann man aber in den track(nochmal: saving juno) reinhören, wenn man das clevere fading-system durchschaut hat. und dann das album kaufen!!! bei den anderen tracks kommen klaviere und gitarren vor, das tempo wird mal runter, mal raufgedreht und ich mach mich jetzt mal ordentlich pleite.

super ding!

der unsinnig hohe alkoholgehalt in unserem blog…

…wurde jetzt auch von den automatisch erzeugten google anzeigen erkannt:

gi ga google

gebrandmarkt als sauftruppe.

Caribou – Nebensächlichkeiten und Bindestriche

Spielten am Samstag im Uebel&Gefährlich (das war der selbe Saufausflug wie The National, Delbo u.a.) und begannen das Ganze mit nem Magenstopfer, heißt Trommelwirbel hoch zwei, da zwei Schlagzeuge. Mir zog es erst mal das Gesicht zusammen, als hätte ich in eine Zitrone gebissen und ich wich in die zweite Reihe zurück, wie auch das Restpublikum. Die Musiker grinsten sich an und es begann ein wunderschönes Konzert. Also viel Drums, Blockflöte, Xylophon, Gitarrengeschrammel, Soundeffekte (Hundegebell), Singsangsung und drei schrecklich süße Nicht-Lead-Bandmitglieder-Dingens-Boys. (Erwähnte ich das Groupietum schon?)

Caribou hieß ja früher Manitoba, wie der Staat (Kanada), wurde jedoch nicht vom Staat verklagt, wie erst gerätselt wurde, sondern von einem gewissen Wannabe-Indian-Chief-Blues-Musiker der neben irgendwelchem Esoterischem Geschwafel im Namen eben auch ein Manitoba mitführte. Nur um das mal zu berichtigen.

Das Publikum war etwas seltsam, ein paar unbewegliche Peruaner (?) in der ersten Reihe, die aber ganz gut als Bass-Schwall-Auffang-Bäuche dienten, und einer, der aus dem Konzert ein Bauch-Beine-Po-Programm machte, sich Schuhe (wie der Lead-Dingens) und das Hemd auszug und rumpöbelte. Die Band war nett synchron in ockerfarbene T-shirts eingekleidet und alle Mantitoba-Tonträger wurden umbenannt und haben noch ein paar Extra-Tracks erhalten. Was will man mehr? Mehr Zugabe!

the national! und delbo! aber nicht zusammen!

sondern hintereinander…

erst: the national am mittwoch.
zum glück in hh und nicht berlin, weil der postbahnhof wahrscheinlich 10 mal größer als das knust, und damit irgendwie ungemütlicher ist. wir natürlich erste reihe mitte (das thema groupietum wurde im blog ja schon aufgegriffen) und große freude. neue hits, alte hits, eh alles hits. fein!

donerstag dann delbo und clickclickdecker im betonklotz mit fahrstuhlentertainment aka uebel&gefaehrlich. click auch mal wieder alleine ohne band, was mich ja immer besonders freut und viele neue sachen gespielt. schön!

delbo (ewig nicht mehr live gesehen!) mit komplett neuem album (grande finesse), das einfach von vorne bis hinten durchgespielt wurde, auch mal ein interessantes konzept. die band zum quartett angewachsen (haben jetzt auch einen obligatorischen tasten-special effects-mann, der auch noch waldhorn spielt!), daniel leicht verkrampft oder aufgeregt oder nervös oder alles, weil – so weit ich das vernommen habe – erster livedurchlauf für das neue baby überhaupt. dafür nette kommentare („wie wollt ihr das hier, weiter erläuterungen auf der bühne oder hinterher persönliche einzelgespräche?“), ein paar alte sachen in der zugabe und sehr fein alles. musikalisch eine der besten deutschen bands, die man in die indie ecke (linguistically challenged, ich sags doch) schieben kann.

spielen am 15. dezember auch in leipzig in der ilse, hingehen!