„I permanently have my finger up for you“

Letzte Woche Freitag spielte Britta Persson im Café Panam. Ich werde hier keine ausschweifenden Worte über Musik aus Skandinavien verlieren, sondern vielmehr möchte ich nur feststellen, dass mir die Lieder von Frau Persson sehr am Herzen liegen und ich dabei auch großen Wert auf deren Texte lege. Im Mai spielte sie schon einmal in Leipzig, im UT Connewitz, aber das war etwas zu groß und sie wirkte etwas verloren da oben auf der Bühne. Also hab ich mich sehr auf ein zweites Konzert gefreut, diesmal in etwas intimerem Ambiente und auf einer kleinen Bühne.

Das Panam, war trotz der Einführung eines Eintrittspreises von 5€ gut gefüllt und zunächst hat mich das auch noch gefreut für das Café und auch für Britta Persson, denn vor vielen Leuten zu spielen sollte doch erfüllender sein als vor 10 Hanseln.
Ich schreibe ’sollte‘ weil ich mir das Spielen an diesem Abend nicht als sehr großes Vergnügen vorstellen kann. Sie gab ihr Bestes, spielte die Lieder die ich hören wollte sowie ein paar neue und das auch noch richtig gut.
Allerdings war das Publikum mal wieder unter aller Sau. Die Leute scheinen gerne 5€ zu zahlen damit sie sich dann über ein paar Bier über Gott und die Welt unterhalten können. Die Person die da auf der Bühne steht, wird zur Hintergrundbeschallung und selbst die Interessierten haben nun Probleme etwas von der Musik mitzubekommen. Es ist nicht das erste Mal dass ich diese Beobachtung mache. Vielleicht sind die Eintrittspreise für Konzerte einfach zu niedrig. Vielleicht ist erst Ruhe wenn der bei 10 bis 15€ liegt? Gerade bei Musik wie der von Britta Persson ist das ewig Gequatsche der Leute nervig und unerträglich.

Dazu kommen dann noch die obligatorischen Pärchen die die erste Reihe okkupieren und ganz beseelt bei Liedern deren Texte sie nicht mal verstehen zu scheinen mitsingen und sich dabei tief in die Augen blicken. Bei Liedern wie „You are not my Boyfriend“ muss ich da schon wieder schmunzeln… wie unpassend. Direkt neben den Pärchen stehen dann auch ein paar Pseudo-Interessierte die nach dem ersten Lied aber in endlose Redesalven verfallen, man hat sich ja auch so lange nicht gesehen und es gibt so viel zu erzählen. Warum diese Leute dann überhaupt nacht Ende des Konzertes noch eine Zugabe fordern ist mir ein Rästel.

Nach der Zugabe treffe ich dann noch ein paar Freunde die verstreut etwas weiter hinten im Raum standen und klagen dass sie da überhaupt nichts mehr mitbekommen haben. Vielleicht hatte ich also noch Glück dass ich relativ weit vorne zwischen wirklich Interessierten, Pärchen und Pseudo-Interessierten wenigstens ein bisschen was mitbekommen habe, verfluche aber trotzdem die Quatscher die anderen den Konzertgenuss madig machen. Es gibt in Leipzig doch genug Kneipen in denen man ohne Eintritt zu bezahlen was trinken und sich unterhalten kann, und in denen sogar ganz passable Musik läuft. Von CD halt, aber das sollte doch für diese Zwecke reichen.

Ich finde etwas Respekt vor dem Künstler und Rücksicht auf die anderen Konzertbesucher fordert eine gewisse Aufmerksamkeit auf das was sich auf der Bühne abspielt und dazu gehört auch ein gewisses Maß an Ruhe, für den neusten Gossip und die Liebesprobleme ist danach doch noch genug Zeit!


1 Antwort auf „„I permanently have my finger up for you““


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